Unsere Geschichte

Der Neuanfang – Die ersten Jahre

Im Jahre 1948 haben sich junge Männer in der Kolpingsfamilie Rheinberg zu einem Freizeitkreis zusammengefunden mit dem Ziel, den Karneval in Rheinberg neu zu beleben. Die Große Karnevalsgesellschaft aus dem Jahre 1900 bestand fast 50 Jahre und hatte nach dem Krieg Probleme, ihren Nachwuchs neu zu aktivieren.

Wenn de Alde versage – dann maaken et de Blaage

In der Kolpingsfamilie überlegte man sich daher, wie man Karneval in Rheinberg feiern könnte und versuchte in Form von Narrensitzungen erste Schritte zu gehen. Als Sitz und Vereinslokal wählte man selbstverständlich das Kolpinghaus an der Kamper Straße. Heute eher bekannt unter dem Namen „Kamper Hof“. Es wurde erstmals ein Prinz, Paul Bücken, als Paul I. gewählt. Allerdings verliefen die Aktivitäten noch sehr intern und man ging erst mit der folgenden Session 1948/49 an die Öffentlichkeit und wählte erneut einen Prinzen, Heinz Hackfort, als Heinz I. Unter dem Motto „Wenn de Alde versage  dann maaken et de Blaage“ zog man durch die Stadt und machte deutlich, dass eine neue Entwicklung des Rheinberger Karnevals eingeläutet werden sollte. Die Rhinberkse Jonges übernahmen auch die seit 1905 in Rheinberg bestehende Tradition der Stadtwache.
Allerdings wurde in der Zeit von 1954 bis 1959 kein Prinz mehr gewählt. Die Rhinberkse Jonges merkten jedoch, dass sie auch durch die Auflösung der Großen Karnevalsgesellschaft eine Verpflichtung für die Tradition des Rheinberger Fasteloowend übernommen hatten und entschieden sich, 1960  endgültig den entscheidenden Sprung zu einer weiteren aktiven Entwicklung im Rheinberger Karneval zu tun.

Wir entwickeln uns – die Zeit ab 1960

Mit dem Beschluss der Mitgliederversammlung des Freizeitkreises, 1960 erstmals nach sieben Jahren Pause in Rheinberg wieder einen Rosenmontagszug zu organisieren, betraten die Rhinberkse Jonges weiteres Neuland und wussten, wenn dieser Schritt klappt, müssen wir uns weiter aktivieren und konsequent versuchen, das  Brauchtum in Rheinberg auf Dauer wieder zu beleben.

Heinz Bruckmann wurde als Heinz IV. zum Prinzen gewählt und war der erste Prinz der Rhinberkse Jonges, der in einem Rosenmontagszug in seinem Prinzenwagen durch die Straßen der Stadt zog.

Der Erfolg war überwältigend, so dass es selbstverständlich war, dass die Rhinberkse Jonges nach Abschluss dieser Session beschlossen, jährlich einen Prinzen zu wählen. Wegen der immensen Vorbereitungen und Kosten eines großen Rosenmontagszuges, sollte dieser allerdings nur alle zwei Jahre durch Rheinberg ziehen.

Die Mitglieder waren weiterhin aktive Mitglieder der Kolpingsfamilie. In den 60er  Jahren öffneten sich die Rhinberkse Jonges aber auch für Nicht-Mitglieder der Kolpingsfamilie. Trotzdem blieb es Vorgabe der Satzung, nur aktive Mitglieder aufzunehmen. Dies hatte den Vorteil für  unseren Freizeitkreis, dass in vielen Stunden des ehrenamtlichen Einsatzes Enormes geleistet werden konnte. Neben den bereits erwähnten Rosenmontagszügen, verweise ich hier auf Büttensitzungen, Preismaskenbälle,  Tanzveranstaltungen, die Schlüsselübergabe am Rathaus usw. Der Mitgliederbestand wuchs stetig und insbesondere junge Menschen rückten verstärkt in die Reihen der Rhinberkse Jonges.

Präsident Heinz Bruckmann, der die Rhinberkse Jonges seit 1949 leitete, blieb bis 1975 im Amt. Mit ihm auch in den übrigen verantwortlichen Bereichen des Vorstandes, des Elferrates usw. noch viele Mitglieder aus der Gründerzeit. Mitte der 70iger Jahre zeichnete sich dann allerdings ab, dass eine neue Generation nachrückte und von daher auch Veränderungen in den Führungsebenen der Rhinberkse Jonges zwangsläufig überlegt werden mussten, um der weiteren Entwicklung unserer Rhinberkse Jonges neuen Schub und neue Ideen  zu geben.

1985 und 1995 feierte die Stadtwache übrigens ihr 80. Bzw. 90. Jubiläum. Zu diesen Terminen haben die Rhinberkse Jonges bzw. Paul Feltes jeweils kleine  Broschüren herausgegeben, die über die Geschichte der Stadtwache informieren, so das an dieser Stelle auf detaillierte Informationen verzichtet wird. Ich möchte aber in diesem Zusammenhang noch darauf hinweisen, das die Stadtwache in den 60er Jahren um eine Prinzengarde erweiterte, die aus der Mitte der Stadtwache rekrutiert wurde. Darüber hinaus wurden 1973 die Goldköpfchen der Stadtwache angegliedert, eine weibliche Garde, die den Prinzen begleitet und bis heute existiert.